Der Sinn von Schmerz

Leid ist so lange nötig, bis wir merken, dass es unnötig ist.

Eckart Tolle

Bist du hochempathisch, fühlst du also viel dann kennst du das umso mehr. Es scheinen Höllenqualen, die niemals mehr enden wollen. Wir fragen uns oft, warum ich… warum muss ich so viel durchmachen.

Durch Schmerz erhältst du die Chance, zurück zu dir zu kehren. Schmerz verlagert die Aufmerksamkeit nach innen.

Nur durch Schmerz sind wir gezwungen uns mit uns selbst und unseren Inhalten zu befassen.

Erleben wir Freude, Glück, Abenteuer oder Spaß so sind das positive Emotionen, wir sehen schlichtweg keinen Grund mal tief in uns zu gehen.Widerfährt uns jedoch etwas im Leben, das uns mit großem seelischen Schmerz zurücklässt, kehren wir zwangsläufig nach innen. Und genau darin liegt das eigentliche Geschenk.

Fühlen wir immense seelische Qualen so ziehen wir uns automatisch in uns selbst zurück, manchmal mag die Ablenkung im Außen kurzweilige Erleichterung verschaffen, wir alle wissen jedoch, dass der Schmerz dich früher oder später dazu zwingen wird, ihn anzusehen – und ihn auszuhalten. Wird der Schmerz zu groß, so haben wir kaum noch die Energie großartig im Außen zu agieren – wir werden schlichtweg auf uns selbst zurückgeworfen. Es gibt kein Mittel ihn „loszuwerden“. Schmerz löst sich dann auf, wenn er an die Oberfläche darf. Wenn er gesehen, gefühlt und ausgehalten wird. Mache dir zunächst klar, wie seelischer Schmerz entstehtWenn du deine Gedanken beobachtest, wie sie den Schmerz in dir erzeugen, löst du dich sofort aus der Identifikation mit ihm. Du bist nicht der Schmerz.

Manchmal ist der Schmerz so groß, dass Beobachten und Heraustreten aus der Situation nicht ausreicht. Dann ist fühlen dran. Wenn nichts mehr hilft, dann leide bewusst. Es wird nicht für immer sein, auch wenn es sich so anfühlt. Wenn du bewusst in den Schmerz hineingehst, ihn annimmst so wie er ist und ihn einfach nur aushältst dann beginnst du dir die Liebe zurückzugeben, die man dir entzogen hat. Und genau das ist das eigentliche Geschenk das sich im Schmerz verbirgt.

Dein Schmerz dient nur dazu, dass du dich dir selbst widmest, dass du all deine Dinge an die Oberfläche lässt, die bislang so vergraben waren – kurzum: Schmerz macht dich echt.

Hast du genug gelitten?

Wieviel Schmerz kannst du noch ertragen?

Wir oder besser gesagt unser Ego, generiert neuen Schmerz so lange, bis du dir über die Mechanismen deines Unterbewusstseins klar wirst. Fängst du an das zu sehen, bedeutet das den Anfang vom Ende deines Leidens. Deine Muster die dich bislang am Überleben hielten fangen an sichtbar zu werden. Durch dein bewusstes Durchfühlen und Wahrnehmen lösen sie sich Stück für Stück auf. Wir geraten so oft in schmerzhafte Lebensumstände, bis wir uns Schicht für Schicht zu uns durchgefühlt haben. Wir sind nicht Schuld an diesen Lebenssituationen, aber unsere Aufgabe ist es, sich dieser Herausforderung zu stellen indem wir uns dem hingeben was ist. Indem wir beginnen, unsere inneren Widerstände gegen die Situation wahrzunehmen und uns bewusst darüber werden, dass es unsere gedanklichen Widerstände sind, die den Schmerz nur verstärken (siehe auch Annehmen und Loslassen). Erwarte nicht, dass du sofortigen Frieden empfindest wenn du dich von diesen Widerständen beginnst zu lösen, oder dich sofort glücklich und befreit fühlst. Wenn du beginnst den Schmerz bewusst auszuhalten und ihn anzusehen, dann beförderst du dich sofort ins Hier und Jetzt und erhältst dadurch die maximale Chance, dich von Vergangenheit und Zukunft zu lösen. Und somit auch vom Schmerz selbst.   

Das Leben arbeitet für dich, wenn du dich im jetzigen Moment dem hingibst, was ist. Auch wenn du es kaum aushältst und den Schmerz verfluchst – Sei gewiss: 

Im Schmerz liegt in Wahrheit dein größtes Geschenk.